Freitag, 5. April 2013

Benni und Ich / Tag 3

Den Samstagsausflug organisierte Begimai, worüber ich auch sehr glücklich war, denn ich hätte dafür nicht die Möglichkeiten gehabt. 09.30 Uhr starteten wir und fuhren gemeinsam zum Autobahnhof in Bischkek. Von dort nahmen wir einen kleinen Expressbus von Bischkek nach Tokmok. Tokmok liegt 88 km von Bischkek entfernt, ist die fünftgrößte Stadt des Landes und ist Standort von Dienstleistungs- und Industriebetrieben. Auf der Fahrt konnten wir das kirgisische Leben außerhalb der Stadt sehen. Wir beobachteten Menschen, die auf die Wiesen gingen, Laub zusammen kehrten und es verbrannten. Somit wurde unsere Fahrt von vielen kleinen brennenden Laubhäufchen, viel Qualm und einem wunderschönen Blick auf die Berge untermalt. Ab und an tauchten auf der Straße Kuh- oder Schafsherden auf, welche der Fahrer dann weghupen musste. Mit der Fahrt stiegen wir von 800 m Höhe in Bischkek auf 816 m in Tokmok. Nach genau einer Stunde Fahrt angekommen wurden wir direkt von einem Taxifahrer abgeholt. Dieser ist ein ehemaliger Schulkamerade von Begimais Bruder und er begleitete uns den ganzen Tag. Das war ein tolles Gefühl die ganze Zeit vom Taxi gefahren zu werden, da wir in Deutschland diesen Dienst, aufgrund der Preise, nicht so oft nutzen.
Von Tokmok fuhren wir also zur Burana. Der Burana-Turm steht etwa 15 km südlich der Stadt und ist ein Monument aus dem 11.Jahrhundert. Er befindet sich auf dem Gelände einer alten Stadtanlage, welche durch ein starkes Erdbeben völlig zerstört wurde und von der heute nur noch ein großer Erdhügel geblieben ist. Auch der Turm war anfangs 46 m hoch. Heute ist er nur noch 21,7 m. Daneben befindet sich eine Ansammlung von mittelalterlichen Grabsteinen (sog. "Bal-Bal"-Steine), welche starke Krieger darstellen und ein kleines Museum mit weiteren Ausgrabungen. Der Burana-Turm ist eine der ältesten Bauwerke dieser Art in Zentralasien und wurde vom König der einstigen Stadt für seine Tochter errichtet. Zu der Zeit gab es einen giftigen Käfer durch den viele Menschen starben. Und um die Prinzessin davor zu schützen wurde dieser Turm gebaut in den keiner hineindurfte. Doch mittels Obst gelangte der Käfer trotzdem zur Prinzessin und sie starb. Weiterhin existiert die Legende das der Turm und dessen Gelände nun von fliegenden Schlangen bewacht wird.
Zunächst besichtigten wir das kleine Museum und die Grabsteine. Danach kraxelten wir eine kleine, enge Treppe im Inneren des Turmes nach oben. Auf dem Turm hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf die Berge. Und Begimai kündigte uns an: "Da werden wir jetz auch hinfahren". Nach einem kurzen Snack auf der Parkbank schwingten wir uns in unser Taxi und es ging als erstes in ein kleines benachbartes Dorf. Dort verstanden wir die Welt nicht, wir dachten wir fahren in die Berge?! Plötzlich standen wir im Haus von Begimais Onkel und lernten eine riesige kirgisische Familie kennen. Wir sackten ihre Cousine ein, welche den Schlüssel zu deren Datsche in den Bergen hatte und fuhren weiter. Schon auf der Fahrt bewunderten wir den tollen Blick auf wunderschöne Berge und sanft grasende Pferdeherden. Die typische Fahrt in einem kleinen schaukelnden Taxi mit sehr lauter kirgisischer Musik durfte natürlich auch nicht fehlen. Angekommen und ausgestiegen befanden wir uns vor einem Wasserfall. Wir gingen erst zum Wasserfall und machten schöne Fotos. Als ich dachte o.k. nun gehen wir wieder, sagte Bega:" Siehst du da oben die Stelle woher der Wasserfall runter prallt? Da werden wir jetzt hochkraxeln!" Ohhh Gott dachte ich und bevor ich nur ein Wort sagen konnte krabbelten auf einmal alle den steilen,staubigen Hang hinauf. Na toll dachte ich und wie komme ich da jetz rauf?? Mit viel Geschrei, der Hilfe von Benni und sehr dreckigen Klamotten kam ich endlich oben an, wo schon alle auf den Schreihals warteten. Aber als ich mich umdrehte sah ich einen faszinierenden Ausblick aus etwa 50 m Höhe. Wir machten Fotos und runter zu sah die Welt schon viel besser aus. Die Fahrt ging nun weiter zur Datsche. Dort bereiteten wir ein leckeres Mittagessen zu und genossen die Sonne, dann machten wir uns wieder auf den Heimweg. Angekommen in Bischkek war es Abend und dunkel. Wir waren staubig, gebräunt, glücklich und spürten unsere Beine kaum. Nach einer heißen Dusche endete ein weiterer aufregender Tag in Kirgistan.






































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