Als ich an diesem Donnerstag aufstand hätte ich nie gedacht was der Tag noch so mitsichbringt und ich abends um acht Uhr kaputt und glücklich ins Bett falle. Der Tag fing ganz gemütlich an. Ich fuhr in die Kunstakademie Tschjikov, wo mich das erste Kennenlernen mit dem Dozenten für Ledertechnik erwartete. Er war sehr nett und erzählte uns zunächst über seine Deutschlanderfahrung. Er war mit 18 Jahren als Soldat in Deutschland und verliebte sich sehr in das Land. Danach ist er oft nach Deutschland als Tourist gefahren, dreimal sogar selbst mit dem Auto. da war er drei Tage mit nur knapp 2-4 h Schlaf unterwegs. Wahnsinn! Er hat uns durch die Studentenwerkstätten geführt und zeigte uns wunderschöne Dinge aus Leder. Danach erhielten wir die Aufgabe zu überlegen was wir machen möchten. Ich werde aus Leder Schmuck passend zu meiner Kollektion entwickeln. Das wird bestimmt toll aussehen. Nach dem Kennenlernen ging ich in die Textilwerkstatt und beschäftigte mich nichts ahnend mit dem Putzen vom Tschji für meine Taschen.

Auf einmal rief Salina an und meinte wir treffen uns gleich in der Stadt und gehen auf eine Messe. Ok, dachte ich warum nicht. Ich habe meinen Platz aufgeräumt und dann ging es los. Das war eine Industriemesse von großen Betrieben aus Bischkek, wo sich alles um Kleidung drehte. Ausgestellt waren traditionelle, festliche und alltägliche Mode, Nähmaschinen, Bügelanlagen, Pelze, Teppiche, Kinderkleidung...alles was das Schneiderherz begehrt.
Dann fanden wir einen Eingang in der Messehalle, aus welchem laute Musik ströhmte. Wir entschieden uns mal zu schauen was da vor sich geht. Als wir reinkamen überwältigte mich ein stolzer Anblick eines riesigen Raumes mit einer riesigen Bühne. Wir sind mitten in ein Konzert reingeplatzt. Wir erklommen eine gigantische Zuschauertribüne und fanden in ungefähr 7 Metern Höhe Platz. Der Ausblick auf das Spektakel auf der Bühne war atemberaubend. Vorgeführt wurden verschiedene Tänze und abwechselnd traten kirgisische junge Musiker auf.
Nach dem Konzert gingen wir in den nächstgelegenen Park spazieren, um das sonnige Wetter zu genießen. Es stellte sich heraus, dass der Park eine kleine Kirmes war. Daraufhin bestellten wir Salinas Schwester mit ihrem kleinen Bruder zu uns. In der Zwischenzeit, in der wir auf die beiden warteten, zeigte mir Salina eine russische Kirche und erzählte mir sehr viele interssante russische Bräuche und Traditionen.
Danach gingen wir zurück in den Park und trafen uns mit ihrer Schwester Ala und dem kleinen Aleksej. Wir fuhren mit fast jedem Fahrgeschäft und hatten großen Spaß. Als es dann schon langsam dunkel wurde machten wir uns auf den Heimweg. Es war ein sehr schöner Tag, an welchen ich mich nun gern zurückerinnere.
Liebe Grüße
eure Inna